Die Brust und die Modelleisenbahn

Sie war in den gut gefüllten 40igern und von gewichtiger Gestalt. Aber das tut nichts zur Sache. Es war ihr bravouröser Busen, den ich, nicht wogend, eher meerrumtost, von rauer Schönheit, nennen würde. Nun die Dame, als solche stellte sie sich vor, war nicht groß, weshalb sie ihre beeindruckende Brust wie ein gewaltiges Gebirge auf die Tischplatte legte, als sie saß. Sie musste sie sogar noch ein wenig anheben, damit sie nicht wieder herunterrutschte.  Eigentlich fiel mir dieses mächtige Massiv erst in dem Moment auf, als sie es zum zweiten Mal anhob, weil es wiederholt drohte, von der Platte zu gleiten. Ich musste an die Modelleisenbahn denken, auf die mein Vater aus Gitter und Pappmaché einen Berg gebastelt hatte, durch den ein  Tunnel führte. Erst Recht, als sie auch noch begann, von den Keksen zu essen. Feinstes Gebäck krümelte ihr aus dem Mund, fiel sacht hinab und rollte lustig hüpfend vom Ansatz ihrer Brust hinunter ins Tal. Manche Krümelverhakten sich in den feinen Härchen ihres Kaschmir-Pullovers, bis sich eine dünne Schneeschicht an den Hängen gebildet hatte. Dabei sprach sie immer von Zielgruppen und ich wartete auf die Modeleisenbahn.

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